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Archiv 2012-1

Dr. Ute Bohmeier
Modernhebräische Dichter, Dichterinnen und Gedichte in ihrer Zeit

Modernhebräische Gedichte sind ein ästhetischer Reflex von Lebenserfahrungen auf dem Weg aus der Diaspora nach Palästina und zum Staat Israel. Jene Dichter, die Ende des 19. Jahrhunderts zu veröffentlichen begannen, lebten noch in Russland, aber ihre Themen waren überwiegend jüdische. Die nächste Generation, die bereits in Palästina auftrat, verstand sich als Vertreter des kollektiven zionistischen Aufbaus und nahm mit Dichtung und Journalismus großen Einfluss auf das Selbstverständnis des neuen Jischuv und die Entwicklung des Hebräischen.
Die Dichterinnen hingegen, die erstmals in den 1920er Jahren veröffentlichten, drückten in persönlicher Weise ihre Liebe zum Land aus und spiegelten mit ihrem Selbstverständnis das sich verändernde Frauenbild ihrer Gesellschaft. Aber es dauerte Jahrzehnte, bis anerkannt wurde, dass sie mit ihrer empfindungsreichen Sprache nicht nur die vorherrschende emphatische Männer-Dichtung ergänzten und die hebräische Alltagssprache mitformten, sondern, dass ihre Gedichte auch hinsichtlich Komplexität und ästhetischer Qualität denen ihrer Kollegen ebenbürtig sind.

Dr. Ute Bohmeier, geb. 1946 in Hochstadt / Oberfranken, studierte Theaterwissenschaft, Neuere Germanistik und Philosophie in Köln, wurde Lektorin beim Westdeutschen Rundfunk, kam durch die israelische Literatur zur Judaistik, promovierte 2007, ist Lehrbeauftragte am Institut
für jüdische Studien der Universität Düsseldorf.

Vortrag
Do 31. Mai 2012 | 19.00 Uhr
Jüdisches Gemeindehaus | Kleiner Saal
Fasanenstr. 79-80 | 10623 Berlin
Eintritt: 5,– | erm. 3

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